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Macht Babyschwimmen unsere Kinder krank?

Kinderärzte warnen vor Hautreizungen und Infekten - Alles Unsinn, sagen die Kursanbieter

06.09.06 - 06.09.06

von Karin Seidl
Hautausschläge, Durchfall, schwere Atemwegsinfekte - für so manchen Kinderarzt ist Babyschwimmen ein gefährlicher Spaß. Mit dem Nachwuchs vor dem sechsten Monat Kurse zu besuchen, raten sie ohnehin ab. Hebammen und Kursanbieter hingegen sehen das anders. "Reine Panikmache" sei das, meint eine Landshuter Hebamme. Bei ihr sei noch kein einziges Kind beim Babyschwimmen krank geworden, beteuert sie.

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Infekte aus der "warmen Brühe"

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"Lassen Sie das bloß sein", redet eine Passauer Kinderärztin einer Mutter (34) ins Gewissen. "Neulich mussten wir ein Kind behandeln, das sich einen schweren Infekt bis tief in die Lunge zugezogen hatte." Sie würde allen Eltern generell vom Babyschwimmen abraten. Immer wieder hätte sie kranke Kinder zu behandeln, die sich ihre Infekte aus der "warmen Brühe" beim Babyschwimmen geholt hätten. Auch die Arzthelferin lässt kein gutes Haar am nassen Freizeitspaß der Kleinen: Das sei doch nur ein Modetrend, und "den Kindern bringt?s null". Generell vom Babyschwimmen abraten mag der Passauer Kinderarzt Dr. Franz Thanner hingegen nicht. Er weiß, dass es den Kleinen eine narrische Freude bereitet, wenn sie mit ihren Müttern/Vätern im Wasser herumtollen. "Zwei Herzen wohnen hier in meiner Brust", formuliert er es poetisch. "Wenn ein Kind gesund ist und sich gezeigt hat, dass es ein fittes Immunsystem hat, spricht nichts dagegen", sagt Dr. Thanner. Schließlich könne man einem Kind nicht ewig eine Käseglocke überstülpen. Aber er warnt auch: "Das Wasser allein ist schon aggressiv für die dünne Babyhaut. Und dann ist ja auch noch Chlor drin. Bei empfindlicher Haut kann das schon zu Hautreizungen führen." Da die Kleinen das Wasser schlucken, könnten sie davon auch Durchfall bekommen. Und wenn ein Kind zu spastischer Bronchitis neigt, dann werde das auf jeden Fall durch das Chlorwasser verstärkt. "Nicht so unbedingt fürs Babyschwimmen" ist auch der Deggendorfer Kinderarzt Dr. Reinhard Müller. Die hohe Chlorkonzentration im Wasser sieht er als Gesundheitsrisiko. Chlor dampft ab, daher gebe es die höchste Chlorkonzentration 20 Zentimeter über dem Wasser. "Und da hat das Baby sein Näschen", sagt Dr. Müller. Und überhaupt: Vor dem dritten Monat sollten die Babys lieber nicht ins Bad. Dr. Thanner geht noch weiter: Er legt den Eltern wärmstens ans Herz, erst nach Vollendung des sechsten Lebensmonats mit ihren Kindern zum Schwimmen zu gehen. "Jüngere Babys haben nun mal kein so tolles Immunsystem. Das Infektionsrisiko ist für sie einfach ungleich größer." "Bei mir ist noch kein einziges Kind krank geworden", beteuert die Passauer Hebamme Simin Rastegar. Und das, obwohl bei ihren Babyschwimm-Kursen die Kinder oft erst wenige Wochen alt sind. Die 59-Jährige hat sich in Sachen Babyschwimmen an der Sporthochschule Köln fortgebildet, seit acht Jahren geht sie inzwischen mit Babys und ihren Müttern schwimmen. Ihrer Meinung nach stärke das Schwimmen sogar die Abwehrkräfte der Kinder. Und außerdem finden ihre Kurse immer in einem Solebecken statt. "Bei Schnupfen desinfiziert das Salzwasser die Atemwege", sagt sie. Eine leichte Erkältung sei für sie auch kein Grund, die Mutter mit ihrem Kind wieder nach Hause zu schicken. Nur wenn eine Impfung anstehe oder das Kind Fieber habe, rate sie von der Kursteilnahme ab. Kranke Kinder durchs Babyschwimmen? Noch nicht vorgekommen, sagt auch Roswitha Paßberger. Die 43-Jährige betreibt in Passau eine Schwimm- und Bewegungsschule. Babyschwimmen gibt?s bei ihr nur in Klinikbädern - bei der LVA-Klinik in Passau, in Vilshofen, Obernzell und Griesbach. Das Wasser werde ständig vom Gesundheitsamt kontrolliert. Den Grund, weshalb Kinderärzte bei Infekten dem Babyschwimmen die Schuld in die Schuhe schieben, glaubt sie zu kennen.

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Intelligenz durch Schwimmen fördern

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"Im warmen Wasser arbeitet das Immunsystem verstärkt. Schleppt das Kind einen Infekt mit sich rum, kann es gut sein, dass es dann abends bereits krank im Bett liegt. Und bei den Kinderärzten heißt es dann: Wo wart?s denn? Aha, beim Babyschwimmen!" Für "reine Panikmache" hält die Landshuter Hebamme Marion Schmidt (30) daher die Warnungen der Kinderärzte. Ähnlich wie ihre Passauer Kollegin schwört sie gerade bei einem "weit oben sitzenden" Schnupfen auf die heilende Kraft des Salzwassers. "Die hohe Luftfeuchtigkeit, das warme Wasser - und danach das Baby warm einpacken. Das löst hartnäckigen Schnupfen", sagt die zweifache Mutter aus Erfahrung. Die Passauerin Roswitha Paßberger geht sogar noch weiter: "Beim Babyschwimmen wird auch die Intelligenz gefördert, die Kinder können sich besser auf eine Sache konzentrieren und werden oft sogar früher eingeschult", sagt sie.

 

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